Freitag, 9. Juli 2010
Siren – Waterloo (307 Mustang-Meilen)
Waterloo – Arnolds Park (199 Corvette-Meilen)

 

Die Sonne scheint mir heute beim Aufwachen endlich mal wieder ins Gesicht und kitzelt meine Nase. „Sie haben Post!“ Ein fleißiger Helfer hat schon die Rechnung unter der Tür durchgeschoben. Mein BW ist ganz hervorragend und bietet natürlich auch ein hervorragendes Hot Continental-Breakfast  an; es gibt sogar bezwiebeltes Rührei. Schade, auch dieses Haus verlasse ich etwas ungern. Aber Craig drängelt, ich soll mich heute Nachmittag zwischen 13 und 15 Uhr zurückmelden.

Unglaublich, man möge es mir glauben oder nicht: Mit dem Mustang habe ich auf den Landstraßen kaum einmal überholen müssen, weder auf der ersten Etappe von Chicago nach Waterloo, noch jetzt in diesen paar Tagen. Nur kürzlich mal einen kleinen gelben Schulbus, gestern zwei Pkw und heute einen Lkw! Das war’s!! Und ich wurde natürlich auch nur selten (zweimal) überholt. Wenn wirklich mal ein Auto aus einer Seitenstraße/Einfahrt herauskam und vor mir herbummelte, bog es auch gleich schon wieder ab. So wenig Verkehr gibt es hier auf dem Land in den USA.

Das Navi lotst mich an den Twin-Cities  Minneapolis und St.Paul vorbei. Ich muß die Interstate 35  nach Süden runter.

 

USA Reise Juli 2010

 

Logisch, ich bin pünktlich zurück. Ich hatte mit dem Ford Mustang lt. Anzeige einen Verbrauch von exakt 30 mpg, was ziemlich genau 7,8 Liter auf 100 km entspricht, aber er hat ja auch nur sechs Zylinder, und außerdem bin ich meistens (außer gestern) mit vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten unterwegs gewesen. Und benzinsparend zu Fahren liegt mir im Blut.

Die Hertz-Filiale auf der University Avenue hat zu. Deshalb fahre ich weiter, um die Ecke zu Craig. Er telefoniert ein bißchen herum. Leider gibt es hier auch heute nichts zu trinken oder gar zu essen. (Alles wie bei meinem ersten Besuch hier im Haus vor ein paar Tagen.) Inzwischen ist wieder jemand bei Hertz und wir können den Mustang zurückgeben. Dann werden die beiden Autos bepackt: Craigs rote Corvette Z06 Hardtop und „meine“ schwarze Corvette C4, ebenfalls eine Hardtop-Ausführung; sie hat ein herausnehmbares Glasdach und einen später nachgerüsteten Supercharger  (Kompressor). Die C4 bekomme ich von Craig ebenso großzügigerweise wie dankenswerterweise für unseren Trip geliehen. Craigs Frau Laurel fährt bei ihm mit; der Hund bleibt allein in seinem schwarzen Käfig in der Diele zurück. Schnell wird noch meine Lesebrille geklebt, weil sich das Schräubchen am Bügel ständig lockert. (Die Klebestelle wird leider auch nicht lange halten, sodaß ich dann später einfach die kleine Reservebrille raushole. Meine Erfahrung: Billig-Brillen taugen halt einfach nichts. Außer, man ersetzt die Schräubchen einfach mit Draht…) Zwei Kühlboxen werden bei mir im Auto verstaut. Die C4 ist untenrum eng wie ein Schuhkarton, ich muß mit den Pedalen aufpassen.

 

USA Reise Juli 2010

Um zwei war ich (unnötigerweise und viel zu früh) zurück, um halb fünf geht es endlich los, weil einfach noch nichts vorbereitet war. Aber wir haben es heute ja auch noch nicht so weit, nur so etwas über 300 km nach Arnolds Park am Lake Okoboji, wo wir gegen 9 pm eintreffen. Übrigens, hier in Arnolds Park werden u.a. die Victory-Motorräder gebaut. Und vorhin kamen wir durch Algona, wo ich eine ziemlich große Snap-on-Fabrik (für Werkzeuge) gesehen habe.

Ich bin eigentlich ganz gelassen, denn immerhin habe ich jetzt einen eigenen Rechtsanwalt bei mir, der mich (hoffentlich) gegebenenfalls schnell aus dem Knast rausholen würde. Der umgerüstete Schalthebel an der Corvette ist kurz und knackig, trotzdem, ein Automatik-Getriebe wäre mir lieber - und rechter Arm und linkes Bein würden es mir muskelmäßig bestimmt danken.

Das kleine Holzhaus ist (auch für deutsche Verhältnisse) unglaublich sauber und ordentlich - und perfekt aufgeräumt; es liegt direkt am See, mit unzähligen Booten am Ufer, und wir haben einen großartigen Blick aufs Wasser.

 

USA Reise Juli 2010

USA Reise Juli 2010

 

Niemand ist da, wir sind noch bis morgen ganz allein im Haus. Ich bekomme ein fensterloses kleines Zimmer, bin aber ganz zufrieden damit. Craig macht Abendessen. Unzählige Mosquitos umschwirren uns und beißen uns, wo sie nur können; meine Füße legen noch Tage danach beredt Zeugnis davon ab, und das, obwohl ich wie immer meine allseits bekannten dicken mamagestrickten Socken anhabe.

 

vorige StationZurückVornächste Station

USA Reise Übersicht