Leinen los! Mit einem Boot auf der Mecklenburger Seenplatte (07/2026)

 

 

 

Sei bitte freundlich zu meinem Reisebericht, es steckt viel Herzblut von mir drin

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Flagge von Mecklenburg-Vorpommern                         © Adobe Stock

 

 

Wilfried R. Virmond

 

Leinen los! Mit einem Boot in MeckPomm unterwegs.

 

Poller, Dalben und Klampen

 

– Mecklenburgische Seenplatte –

Müritz: Wolfsbruch, Rheinsberg, Mirow, Röbel, Waren, Rechlin, Mirow, Wolfsbruch

 

Juli 2026

 

Letztes Update am 22.08.2026

 

99,999 % bakterien- und virenfrei

geprüft und zertifiziert

 

 

                                      (C) Google Maps

 

 

 

Reisebericht

 

Dienstag, 7. Juli 2026

Wir haben ja bekanntlich das chinesische Jahr der Wackelente. Ein Grund mehr, sich mal wieder aufs Wasser zu begeben. Deshalb habe ich uns vor einiger Zeit erneut ein Boot gemietet. Ein Hausboot. Meine beiden thailändischen Freundinnen LekLek und Meena sind seit kurzem wieder bei mir, und wir fahren alle drei mit dem Mazda Richtung Meck-Pomm, um dort unser Boot zu übernehmen. „Baby“ ist natürlich auch wieder mit dabei und passt auf uns auf; „Killer“ ist zu groß und muss wie immer zu Hause bei der Haussitterin bleiben, um sie zu beschützen.

Abfahrt 9:30 Uhr. Das Dreamteam ist wieder unterwegs.

Erster Stopp in Kassel. Total-Tankstelle. Wow, ich habe sie gefunden: Deutschlands schlechteste/schlimmste Tankstelle. Unfreundlich bis hinten hin; der Chef sitzt am Tisch und guckt nur blöd aus der Wäsche. Die Chefin bedient. Unfreundlich. Es dauert. Zwei Schnitzelbrötchen. Sie sind kalt. Ich lass sie aufwärmen. Logisch, geschieht widerwillig. Mikrowelle. Danach immer noch kalt. Mannomann! Die verschrumpelte Knackwurst ähnlich. Eigentlich hat sie einen Buchstaben zu viel…

Beim Wegfahren fällt es mir auf: Insgesamt ein Ort mit einer unangenehm negativen Schwingung.

Das Navi schickt uns später auf die A38 (Südharzautobahn). Muss relativ neu sein, kenn ich noch nicht. Ich kenne ja eigentlich fast alle deutschen Autobahnen. Aber hier bin ich echt noch nie gefahren.

Ab Halle nehm ich Landstraße. Ja, ist eigentlich unüberlegt und doof von mir, hab ja schon früher erfahren, dass die Ossis gerne einen eigenen, oft unangenehmen Fahrstil haben.

Ich fahr ja gern schnell, auch schonmal etwas zu schnell. Werde unterwegs aber trotzdem öfters von bekloppten Ossis bedrängt: kurzer Abstand, freches Überholen im Überholverbot, sehr „kurzes“ Einscheren vor mir, alles. Reißverschluss? Nein, kennen sie nicht. Dann die hohlen Langsamfahrer, als säßen sie noch immer in ihren Trabbis. – Nein, Ossiland gefällt mir nicht. Aba wir sind ja auch nich‘ in Lummerland…

16:10 Uhr. Ankunft in Wittenberg. Ja, Luther – nennt sich also zurecht „Lutherstadt Wittenberg“.

Unser Hotel in der Innenstadt will besonders kundenfreundlich sein. Ist es aber nicht; Blick auf den Hinterhof. Naja, vielleicht auch, weil wir einen Hund dabei haben. Dazu Dusche in der Badewanne. Wie ich sowas hasse!! Über die Enge in der Tiefgarage will ich erst gar nicht sprechen. Sie kostet auch „nur“ 18 EUR. Und dann noch 9 EUR „Bettensteuer“. Bettensteuer, wassn dette?! (Was ist das denn?) Die Ossis spinnen! Aber hundert Pro!

(Inzwischen weiß ich, dass es Bettensteuer, manchmal Kultur- oder Tourismusförderabgabe, City Tax oder Übernachtungssteuer genannt, auch bei uns gibt. Hier offenbar 3 EUR pro Nase. Sie ist in der Regel nicht zweckgebunden, also einfach nur Abzocke der Kommunen.)

Danach bummeln wir ein bisschen durch die Innenstadt; Marktplatz und die berühmte Schlosskirche wollen schließlich besucht werden. Klar, logisch, die Kirchentür ist bereits verschlossen. Ich hasse abgeschlossene Kirchentüren!!

Leider ist es jetzt schon etwas kühl. Abendessen im Kartoffelhaus.

 

Weiter unten gibt’s noch mehr Wittenberg-Fotos.

 

Mittwoch, 8. Juli 2026, Tag 1, Wolfsbruch – Rheinsberg

Wir sind eigentlich ganz froh, das Hotel früh am Morgen verlassen zu dürfen. Weder im Hotel noch in Wittenberg wollte ich einen zweiten Tag verbringen. Die meisten deutschen Kleinstädte sterben bzw. siechen vor sich hin. Hier auch. Aber wir haben ja sowieso was besseres vor.

8:30 Uhr. Erleichtert machen wir uns auf den Weiterweg. Es ist wieder sonnig, aber immer noch kühl. Ich hab uns nochmal ein bisschen Landstraße bis ans Ziel in Kleinzerlang rausgesucht. Deshalb kommen wir auch durch Potsdam und am Schloss Sanssouci vorbei. Aber für mehr als ein schnelle Schnappschüsse aus dem Auto heraus ist jetzt keine Zeit. Ich war hier schon ein paarmal, also nicht schlimm.

Kurz vor dem Ziel kaufen wir noch ein paar Lebensmittel und Waren fürs tägliche Leben während unseres Aufenthalts auf dem Boot ein. Gegen zwölf Uhr erreichen wir schließlich die Marina Wolfsbruch und melden uns im Büro an. Frau Schröder macht den Bürokram und dann übernehmen wir endlich unser Boot. Heiko gibt mir eine kurze Einweisung, während die Mädchen unsere Siebensachen vom Auto holen und im Boot verstauen.

Regenjacke – gegen die Sonnenstrahlen

Da ich hier schon öfters ein Boot gemietet habe, ist die Übernahme schnell und einfach. Sicherheits-Einweisung hatte ich schon früher. Charterschein wird auch gleich ausgestellt.

Ich habe früher so oft überlegt, einen „BFS – Bootsführerschein Binnen“ zu machen. Schade, dass ich das damals nicht endlich mal durchgezogen habe. Jetzt bin ich zu alt dafür, lohnt sich nicht mehr für mich; die Uhr tickt. Mein Verfallsdatum nähert sich mit großen Schritten.

Und dann laufen wir auch schon aus. Es ist 14 Uhr.

Erster Hinweis an mich: Auf den Dalben vor uns mitten im Wasser unbedingt aufpassen! Ich darf ihn nicht nochmal wie beim letzten Mal anbumsen…

Wikipedia: Dalben (Singular und Plural lauten gleich) sind in den Boden von Häfen oder Wasserstraßen gerammte Pfähle zum Festmachen von Schiffen. Duckdalben bezeichnet speziell ein Bündel solcher Pfähle, die miteinander verbunden sind, um stabiler zu sein. Funktion: Sie dienen als Anlegestelle, Verholvorrichtung oder Abweisung (Fender) für Schiffe, in der Regel etwas von den Kaimauern entfernt.

Ich mach das „Auf dem Teller drehen“ (fast) ganz profimäßig, nur mit Vorwärts- und Rückwärtsgang, ohne das Steuerrad zu drehen. Is‘ aba auch nicht allzu schwer. Trotzdem: schulterklopf…

Unser Boot ist vom Design her eigentlich keine Schönheit. Auf jeden Fall kann/könnte man über das Schuhkarton-Design trefflich diskutieren. Und eigentlich ist es für uns drei Leute auch viel zu groß . Ich habe es vor allem wegen des großen Platzangebots mit den vier Kabinen gebucht. (Übrigens, es hätte das gleiche Boot auch noch größer gegeben. Und auch in einer kleineren Version.) Ich nenn das einfach komfortabel. Size matters. Größe zählt nämlich halt doch. Meistens…

Die beiden vorderen Kabinen werden von uns bewohnt und in den beiden anderen haben wir genug Platz für Klamotten und übriges Gepäck.

Im Salon gibt es eine große Panoramascheibe. Dazu seitlich besonders große Fenster. Und große Schränke und Ablagen. Vier kleine Badezimmer mit Dusche, Toilette, Waschbecken und Warmwasser. Also Platz, Platz und überhaupt viel Platz – und Komfort; man fühlt sich hier insgesamt nicht so eingeengt wie auf den „normalen“ Booten. Das ist halt Luxus; Sparen kann ich später.

Hier die technischen Daten zum Boot:

Länge 13,50 Meter
Breite 4,35 Meter
Tiefgang 1,00 Meter
Höhe über Wasserlinie 2,90 Meter
Max. Stehhöhe 1,90 Meter
Steuerstand oben und unten
Dieseltank 300 Liter
Frischwassertank 800 Liter
Zwei Kühlschränke
4-flammiger Gasherd
Gasgrill oben auf dem Sundeck für BBQ
Vier Kabinen für acht Personen (+1)
Überall 230V-Steckdosen, auch USB
Zweimal Standheizung mit Lüftungsfunktion
Bugstrahlruder + Heckstrahlruder
Fernseher, der aber nix taugt – keine Antenne
Baujahr 2019
 

Der Motor im Heck

Ahoi, es geht auf Große Fahrt! Endlich! Mecklenburgische Seenplatte und Müritz Nationalpark. Zehn Tage und neun Nächte liegen vor uns.

Nach der Hafenausfahrt biege ich links ab. Nach Süden. Erstes Ziel: Rheinsberg, und dort der Hafen im Hafendorf. Wir schippern durch ein paar Kanäle und über ein paar Seen. Landschaft wie von Bob Ross gemalt. Hier in Mecklenburg-Vorpommern soll es übrigens sehr wenig Menschen geben, „geringste Bevölkerungsdichte in Deutschland“, nur ca. 68 Einwohner pro Quadratkilometer.

Ein paar Seen, die mit kleinen Kanälen verbunden sind. Schön. Und so ruhig. Macht richtig viel Spaß. Dieses langsame Bootfahren ist meine Therapie – der Motor läuft, die Wellen tanzen, Sonnenlicht glitzert, Vögel zwitschern, und meine Endorphine gehen volle Fahrt voraus!

Jacke und Kapuze gegen die heftige Sonnenstrahlung

16 Uhr. Rheinsberg. Wir müssen beim Hafenmeister 57 Euro einschließlich Kurtaxe bezahlen. Plus Strom vom Automat, ein Kilowatt für einen Euro. (Kurtaxe muss überall bar bezahlt werden, die Liegegebühr dagegen gerne mit Karte.)

Schnell stellt sich raus, dass das hier ein Griff ins Klo war: komplett alles tote Hose, ein verlassen aussehendes großes Hotel, wenig Menschen, irgendwie ist auch hier deutlich eine negative Strahlung zu verspüren.

Zum Abendessen müssen wir drei Kilometer in Richtung Schloss laufen. Dort soll es eine ganze Reihe Restaurants geben. Super. Wir freuen uns.

Doch leider, das erste ist draußen auf der Terrasse ausgebucht, und alle anderen Restaurants sind geschlossen. Geschlossen? Jetzt? In der Urlaubszeit? Jep, alles zu! Wir dackeln zurück ans erste Lokal und sitzen dann halt drin. Anders geht nicht. Wenigstens ist es ein Fischrestaurant.

Danach den ganzen Weg zurück. Taxi? Leider nein! Per pedes!

Naja, Rheinsberg ist halt auch nicht mehr so, wie es uns Kurt Tucholsky mal beschrieben hat, und wie ich es mir eigentlich auch vorgestellt hatte. „Romantisch“ is‘ hier also nich‘.

Es gibt, hm, es gäbe, hier auch den (kleinen) Yachthafen Rheinsberg, der insgesamt etwas besser aussieht.

 

 

Donnerstag, 9. Juli 2026, Tag 2, Rheinsberg – Kleinzerlang

Jeden Morgen nach dem ausgiebigen Frühstück wird erstmal klar Schiff gemacht.

Die Küche auf einem Boot heißt übrigens Pantry.

Und dann geht’s auch bald los. Vor dem Ablege-Manöver immer Landstromkabel einholen und checken! Jep, Leinen natürlich auch, aber das is‘ ja logisch.

Bug- und Heckleine haben ein „Auge“ (eine Schlaufe) an einem Ende, und man macht sie an der Klampe des Bootes fest. Die Leine wird über einen Poller an Land geworfen und dann zurück aufs Boot gezogen, wo sie mit einem leicht zu erlernenden Knoten festgemacht wird. „Poller“ sind die größeren, „Möppel“ nenn ich die ganz kleinen an Land. Dadurch gibt es bei den Mädchen keine Verwechslungen beim Festmachen. Es gibt aber auch oft halbrunde Stangen. Alle gelb markiert.

Zum Festmachen benutzt man Bug- und Heckleine. Das reicht in der Regel. Und dann gibt’s auch noch Vor- und Achterspring; das sind dann die etwas längeren Leinen in der Mitte des Bootes. (Wer’s genauer wissen möchte: Bug- und Heckleine werden meist im etwa 45-Grad-Winkel (oder höher) gesetzt, die Springleinen haben einen flacheren Winkel. Am besten vorne und hinten V-förmig.)

Die Crew wird jeden Tag besser. Die Crew: LekLek und Meena. Der Käpt’n: Meine Wenigkeit. Ich bin der „Skipper“. Gefällt mir.

Apropos: Janz wichtig! Keine Kapitänsmütze aufsetzen! Niemals! Echt jetzt! Damit blamiert man sich abgrundtief und outet sich als Anfänger. Kapitänsmütze hat nur der Käpt’n auf einem großen Kreuzfahrtschiff auf.

Ähnlich Bug- und Hecktrahlruder: nur benutzen, falls wirklich notwendig. Sonst sieht jeder, dass man Anfänger ist.

Auch heute Morgen ist es wieder kühl. Aktuell liegt noch das abziehende schwedische Tiefdruckgebiet über uns – aber immerhin scheint schonmal die Sonne.

Zu Hause ist es weiterhin jeden Tag um die 35 Grad heiß. Hier deutlich weniger. Insgesamt haben wir hier aber wirklich großes Glück mit dem Wetter: Wir sind offenbar genau zur richtigen Zeit gekommen. Zuvor war es hier noch ziemlich kalt und es hat ordentlich geregnet.

Heute geht’s nach „Boot & Mehr“. Um halbelf legen wir ab. Kurs Nord. Die selbe Route wie gestern, nur umgekehrt. Die nächsten Tage geht es fast nur nach Norden. Heute voraussichtlich etwa zwei Stunden Fahrtzeit.

Unterwegs unsere erste Schleuse auf diesem Törn. „Wolfsbruch“. Ja, kurz vorher, hier um die Ecke sind wir gestern ausgelaufen. Hubhöhe grad mal läppische fünfzig Zentimeter. Die Nutzung funktioniert automatisch. In Frankreich mussten wir dazu vor der Einfahrt in eine Schleuse immer an einer über dem Wasser baumelnden Stange oder Leine ziehen, um uns anzumelden und alles in Bewegung zu setzen. Hier ist das etwas anders: Man legt am Ufer an und dreht eine blaue oder grüne Stange. Oder schiebt sie hoch. Die meisten anderen, späteren Schleusen haben Schleusenwärter.

Erfreulich, wir haben nur eine kurze Wartezeit. Wir sind das erste von zwei Booten. Wenn viel Verkehr ist, steht man hier gerne mal stundenlang, manchmal einen halben Tag. Soll überhaupt eine der am meisten befahrenen Schleusen in Deutschland sein.

Bei der Gelegenheit noch ein paar Hinweise: Motor in der Schleuse immer aus! Wegen der Abgase. Aber: Maschine erst ausmachen, nachdem beide Leinen festgemacht sind. Und umgekehrt: Erst Motor an und dann die Leinen losmachen! Weil, man weiß nie, ob irgendwas passiert und wenn man dann erst noch den Motor starten müsste – oder er springt nicht an…

Und immer vom Boot aus die Leinen halten! Niemals an Land. Wenn’s runter geht, können das schonmal drei, vier Meter und mehr sein – und da kann man dann kaum noch runterspringen.

Paddler fahren am besten zuletzt in die Schleuse und ganz nach vorne. Und Paddelboote/Kanus am besten zuerst rauslassen, bevor man sie beim Aus-der-Schleuse-Rausfahren versehentlich zerquetscht.

Und überhaupt weiterer wichtiger Hinweis an mich: Möglichst keine Paddelboote versenken! Man kriegt unnötig viel Ärger; es gibt oft sehr viele Kanus und Paddelboote in den Schleusen. Aber auch sonst unterwegs. Manchmal sind sie etwas lästig und benehmen sich gerne wie junge Hunde.

Vor und hinter den Schleusen nennt man „Oberwasser“ bzw. „Unterwasser“.

Und ein letzter Punkt: Welle werfen/machen/schieben ist oft verboten oder zumindest verpönt. Wenngleich es hier immer mal wieder Idioten gibt. Is‘ halt wie im Straßenverkehr. Eine Welle schieben (eine Welle hinter sich herziehen) ist aber immer noch besser, als ’ne Welle machen (für Entrüstung/Aufregung sorgen).

Bli, bla, blub, ich erzähl mal wieder viel zu viel. Sorry. Ja, ich bin ein Erdbeer-Bär, ähm, nein, ein Erklärbär.

Dann noch ein kurzes Stück und schon können wir anlegen. Boot & Mehr in Kleinzerlang. 14 Uhr. Wie jetzt immer nach dem Festmachen gibt’s erstmal das obligatorische Anlegebier. Ham wer früher mit den Mopeds auf Tour auch so gehandhabt. Anders läuft das gar nicht…

Ludwig ist der Hafenmeister. Cooler Typ. Gefällt uns hier, alles easy. Essen kann man auch sehr gut. Liegegebühr ist okay, 53,70 EUR, einschließlich Strom und der bescheuerten Kurtaxe.

 

 

Freitag, 10. Juli 2026, Tag 3, Kleinzerlang – Mirow

Drei warme Brötchen gibt es heute, von Ludwig frisch aufgebacken.

Heute und ein paarmal in den nächsten Tagen mach ich uns mal die Standheizung an. Dafür isse schließlich da. Draußen und im Boot sind es grad mal 16 Grad. Schnell wird es muckelig im Salon, unserm Wohnzimmer.

Wir legen ganz gemütlich ab und nehmen Kurs auf Mirow. Um die Ecke gleich die erste Schleuse für heute. Eine halbe Stunde später und drei Meter höher geht es weiter.

Immer wieder etwas unheimlich, die Schlürfgeräusche in einer Schleuse.

Dann bald die zweite Schleuse. Auch hier kommen wir nach einer Stunde schon wieder weiter. Unser Ziel: Der Bootshafen an der Schlossinsel Mirow.

15 Uhr. Mirow. Eine Box ist noch frei für uns; die letzte. Anlegemanöver auch wieder Easy peasy, lemon squeezy – also einfach. Hafenmeister Ole verlangt 57 EUR, wieder einschl. Kurtaxe. Teuer, zumal Strom zusätzlich bezahlt werden muss.

Wofür eigentlich Kurtaxe, wenn man von den Sehenswürdigkeiten gar nichts mitbekommt, weil sie alle viel zu weit weg und damit unerreichbar für Bootsfahrer sind? Echt doof! Is‘ halt Abzocke. Touristen ham’s ja.

Johanniter-Kirche und Schlossgarten mit der Liebesinsel werden immerhin besichtigt.

wikipedia: Schlosskirche Mirow

Restaurant heute nicht, ist uns zu weit weg. Abendessen aus unseren reichlichen Vorräten.

 

 

Samstag, 11. Juli 2026, Tag 4, Mirow – Röbel

Wir legen gegen 9:30 Uhr ab und haben auch gleich wieder eine Schleuse vor uns. Schleuse Mirow – und die dauert ewig. Obwohl sich in der Schleuse nichts tut, dauert es hier. Schleusenmeister bzw. Schleusenmeisterin machen sich da offenbar einen Spaß draus: Leute quälen. Aber irgendwann geht das Tor dann doch auf und wir können rein. Inzwischen ist es heiß. Sonnig und heiß! Es geht an die dreißig Grad.

Danach tuckern wir weiter und kommen bald auf die Müritz. Die Müritz ist der größte Binnensee Deutschlands. (Der Bodensee ist ja nicht „binnen“.)

Angeblich muss man hier die doofen Rettungswesten anlegen. Wir machen es widerstrebend, nehmen sie aber gleich wieder ab. WaPoMüritz ist nicht zu sehen. Die Leute auf den andern Booten tragen auch keine.

Angerufen habe ich auch, wir dürfen raus auf die Müritz. Ab Windstärke 4 darf man es nicht, wenn man keinen BFS besitzt.

Und noch was bei der Gelegenheit: Man grüßt sich unter Bootsfahrern bei jeder Begegnung – und auch sonst. Genauso, wie unter sich begegnenden Motorradfahren oder Busfahrern. Ja, stimmt, is‘ manchmal etwas lästig.

Mit unserm Nuckelpinnentempo (so um die zehn km/h) kommen wir zuerst auf die Kleine Müritz. Hier in der Mitte des Sees ist die Wasserscheide. Bisher lagen die grünen Bojen rechts, ähm, an Steuerbord, und die Roten links, an Backbord. Ab jetzt sind sie plötzlich seitenverkehrt.

Internet: Die Wasserscheide auf der Müritz trennt die Einzugsgebiete von Nordsee und Ostsee. „Bergab“ sind Bojen immer auf der rechten Seite rot und links natürlich grün. Man muss deshalb immer wissen, ob man grad bergauf oder bergab fährt.

Trotz allem, gegen 14 Uhr erreichen wir endlich den Hafen in Waren. Ich rufe den Hafenmeister an, damit er uns an einen Liegeplatz führt. Er wundert sich, ich auch. Wo iss’er denn? Ach du Sch…! Das ist doch nicht Waren! Ich war schon in Waren, das hier ist es nicht, das sah damals ganz anders aus!! WTF!!

Ey boah! Ich bin echt falsch gefahren, immer anderen Booten hinterher, ohne groß auf die Karte zu achten, geschweige denn mal über unsere Route nachzudenken! Peinlich! Ich Doof! Bin halt immer viel zu unbekümmert…

Ich beschreibe dem Hafenmeister meine Umgebung. Wir sind im Stadthafen Röbel gelandet! Er lacht sich schief ob meiner Blamage. Ich notgedrungen auch. Gezwungenermaßen.  (Oder lacht er mich aus??!)

Ich bezahle günstige 35,80 EUR einschl. Kurtaxe. Strom kostet hier auch nur 50 Cent pro kW. Is‘ ja super. Überhaupt alles schön hier.

Wir kaufen in der Nähe bei Aldi und Edeka ein. Morgen am Sonntag sind die Geschäfte hier auch ein paar Stunden geöffnet. Sehr praktisch. Und sehr pragmatisch. Gefällt mir.

Im Osten erkennt man weit entfernt eine riesige Rauchwolke. Da brennt der Wald. Ich mach mir etwas Sorgen.

Abendessen nebenan. Endlich bekomme ich mal wieder Soljanka und Würzfleisch zu essen.

 

 

Sonntag, 12. Juli 2026, Tag 5, Röbel – Waren

Wir legen gegen zehn Uhr ab. Wetter heiß und sonnig. Meine Lippe wird schon wieder dick als Reaktion auf die heftigen Sonnenstrahlen. Wasser und Boot reflektieren sie zusätzlich.

Wir haben schon jeden Tag Hoodie an und Kapuze als Sonnenschutz auf, außer der obligatorischen Sonnenlotion. Später kaufe ich mir zusätzlich ein Halstuch, um meine Lippen noch mehr zu schützen. Dicke Lippe, brauch ich echt nicht mehr! Weiß man ja: Was gut gegen Kälte ist, ist auch gut gegen Hitze. Ham wer damals mit den Mopeds ooch im Death Valley festgestellt…

Jetzt müssen wir auf die Außenmüritz (das große Hauptbecken der Müritz) raus. Gestern hatten wir ja nur die erste Hälfte zurückgelegt. Auch hier muss man sehr aufmerksam navigieren, es gibt überall viele Untiefen, man muss also stets auf die Bojen achten.

Dieses Mal habe ich keinen Vordermann, dem ich so einfach folgen könnte.   (Was auch gut ist…)

Auf der Müritz sollte man überhaupt und immer sehr aufmerksam sein. Auch das Wetter kann sich schnell verschlechtern oder gar umschlagen. Bootskollegen haben uns inzwischen schon so manche unangenehmen Erlebnisse berichtet.

Inzwischen frag ich mich immer öfter, ob noch genug blaue Farbe im Handy ist.

Unterwegs steht der Dicke Baum. Mitten im Wasser.

Internet:  Die Tonne „Dicker Baum“ liegt im nördlichen Teil der Außenmüritz (dem großen Hauptbecken des Sees). Sie befindet sich auf dem Wasser in der Nähe des westlichen Ufers vor Klink, südlich der Binnenmüritz (der großen Bucht vor Waren).

Alles geht gut und wir erreichen schließlich wohlbehalten die Binnenmüritz, die Bucht direkt vor Waren und den dortigen Stadthafen. Ankunft gegen zwölf Uhr.

(Eigentlich hatte ich mit einer Stunde mehr gerechnet.)

Ich rufe erneut beim Hafenmeister an – er erinnert sich natürlich (leider) an mich – und führt uns dann mit seinem Schlauchboot an unseren Liegeplatz.

Im Büro des Hafenmeisters drücke ich 87 Euro für zwei Tage ab, einschließlich zehn Euro Strom. Hier gibt es eine Anzeigetafel: Windstärke 3,6 draußen. Wie schon erwähnt, ab 4 darf man ohne Führerschein nicht auf die Müritz!  (Ham wer wieder Glück gehabt.)

Auch hier in Waren haben die Geschäfte sonntags geöffnet. Gute Idee. Aber es ist ja auch gerade Stadtfest. Und das besuchen wir jetzt, direkt nach dem Mittagessen. Macht aber nicht viel Spaß – es ist viel zu heiß!

 

 

Montag, 13. Juli 2026, Tag 6, Waren

Wir bleiben heute hier in Waren und machen ein paar Besorgungen im Ort.

Angesichts und in Erinnerung der kürzlichen Blamage mit dem falschen Hafen und auf Rat verschiedener Bootskollegen nutze ich die Zeit und lade mir heute eine Navi-App für Boote runter. Und die bewährt sich dann später auch hervorragend auf der Rückfahrt. Es wird ein Kurs vorgegeben und ich erkenne sofort, falls ich mich mal wieder etwas verpeile – vom Kurs abkomme. Das ist dann natürlich alles viel einfacher wegen der Bojen und Untiefen und allem. Und einen falschen Hafen werde ich so auch nicht wieder anlaufen…

Auch mal schön, einfach nur so rumzuhängen, durch den Ort zu bummeln und abzuchillen.

Das Müritzseum (Aquarium) besuchen wir nicht – ich kenne es und die Mädchen haben keine Lust dazu. Okay, vierzig Euro gespart.

 

 

Dienstag, 14. Juli 2026, Tag 7, Waren – Röbel

Morgens legen wir ab. Es ist viertel nach zehn. Jetzt waren wir in Waren.

Un dann passiert’s: Katastrophe! Direkt nach dem Ablegen, mitten im Hafen, noch zwischen den Reihen mit den Booten, stottert unser Motor – und geht aus! Jetzt treiben wir hilflos im Wasser. Wau, was ein Schreck! Nach einigen Versuchen springt er endlich grad noch rechtzeitig an und läuft wieder. Anfangs deutlich widerstrebend, er ruckelt und stottert. Leute am Ufer gucken. Auch die auf ihren Booten. Klar, sie haben Angst vor Remplern. Sie und ich, alle sind froh.

Nach diesem Schreck entscheide ich, wir gehen trotzdem raus auf die Müritz. Dabei hoffend, dass unterwegs alles gut geht. – Und es geht auch gut! Wenn es auch etwas windig wird.

Ab jetzt geht es wieder Richtung Süden. Wieder am Dicken Baum vorbei.

Wir wollen nochmal nach Röbel, weil es uns dort so gut gefallen hat. Dort lassen wir erstmal Grauwasser, unser normales Abwasser, abpumpen. 15 Euro.

Dann weiter rüber zum eigentlichen Hafen. Inzwischen ham die hier ein Riesenrad für uns aufgebaut. Hier gibt’s am Wochenende auch ein Stadtfest.

13:45 Uhr. Anlegemanöver. Schlimm! Es geht nicht! Seitenwind, zuviel Seitenwind, heftig, dazwischen auch noch kurze gemeine Extra-Böen! Die Box ist sehr schmal und ich komm einfach nicht rein ohne Boot oder Seitensteg anzubumsen. Alle Leute weit und breit gucken zu, wie ich da um rumeiern bin! Peinlich! Ich entscheide mich schließlich um, wende und lege vorwärts an. Is‘ viel einfacher und leichter. Geht auch mal. Ist dann nur etwas umständlich, um vom Boot auf den seitlichen Steg oder zurück aufs Boot zu kommen.

Klar, unser Landstromkabel ist mal wieder zu kurz. Doch auch hier haben wir Glück: Roland von der unter uns Bootsfahrern halbwegs berühmten Panama, der zufällig gerade neben uns liegt, leiht mir dann freundlicherweise ein Verlängerungskabel.

Internet: „PANAMA on Tour“ ist ein Boots- und Reisekanal auf YouTube, der von Roland und Ines betrieben wird und ihre Bootsfahrten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern dokumentiert.
 
Revier: Binnengewässer in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (wie z. B. Touren rund um Schwerin, Mirow oder Klink).
Inhalt: Bootsreisen, Erlebnisse und technische Einblicke oder Probleme auf dem Wasser mit ihrem Boot namens PANAMA.
 
YouTube: Panama on tour. – Unbedingt ansehen!
 

Die Leute um uns herum sind überhaupt schon wieder alle sehr freundlich und hilfsbereit. Gefällt uns natürlich. 

Immer wieder eine meiner persönlichen Erfahrungen: Bootsfahrer helfen sich eigentlich gegenseitig! Das geht gar nicht anders.

Im Hafenbüro bezahle ich erneut 35,80 Euro.

Wetter immer und nach wie vor heiß. Aber nie schwül. Also bestens. In den Nachrichten hör ich, dass es hier ganz in der Nähe ein schlimmes Unwetter gab; Hagelkörner, so groß wie die berühmten Tennisbälle. Sie mussten danach mit Bulldozern weggeräumt werden! Wow! Glück gehabt!

Im Osten gibt es inzwischen zwei sehr große Rauchwolken.

Es fällt hier immer wieder auf: Trotz Urlaubszeit schließen Restaurants gerne sehr früh, meistens so gegen 19 Uhr. Und da geht es doch eigentlich erst los. In dieser Beziehung eine merkwürdige Region. Sind halt Ossis.

Abendessen bei „Thelma & Louise“, ähm, nein, bei „Alfred & Luise“, bzw. deren Enkelin.

Alfred & Luise

Fällt mir grad mal wieder ein: Für Thelma & Louise wurden damals zwei verschiedene Schlußszenen gedreht. Leider ham die sich dann für die „falsche“ Version entschieden; in der anderen Version sind die Mädchen lebendig davongekommen.

 

 

Mittwoch, 15. Juli 2026, Tag 8, Röbel – Rechlin

Am Morgen wende ich erstmal unser Boot und gebe das Verlängerungskabel mit großem Dank an Roland und Ines von der Panama zurück. Das Wendemanöver ist jetzt sowas von einfach, eigentlich schlüpft das Boot fast von selbst in die Box. Dagegen gestern…

Obwohl wir eigentlich geplant hatten, noch eine zweite Nacht hier in Röbel zu bleiben, ändern wir unseren Plan und legen kurzerhand gegen halb zwölf ab. Dabei war Röbel eine gute Entscheidung, preisgünstig und keine Kurtaxe.

Wir machen uns auf den Weg nach Rechlin.

In Rechlin kommen wir um halb zwei an. Ein entgegenkommendes Polizeiboot liess uns unterwegs unbehelligt, obwohl wir auch heute keine doofen Rettungsdinger anhatten.

Charterschein-Pflicht: Wer ein Hausboot per Charterbescheinigung fährt, also ohne normalen Bootsführerschein, muss außerhalb geschlossener Räume (bzw. am offenen Steuerstand) permanent eine Rettungsweste tragen! (Internet)

Sieht gut aus hier. Restaurant gibt’s auch. Ich bezahle 32,50 EUR.

Aber Pustekuchen, abends gibt es keinen einzigen Tisch für uns im Restaurant, alle reserviert. Doof! Besonders von mir, weil ich hier nachmittags noch vorbeigekommen bin! Ein anderes Lokal in der Nähe? Nein, nix, nada! Aber okay, wir wollten ja sowieso etwas abnehmen…

 

 

Donnerstag, 16. Juli 2026, Tag 9, Rechlin – Mirow

Gegen zwölf Uhr Ablegemanöver. Wir wollen wieder nach Mirow. Is‘ ja nur ’ne Stunde dorthin.

Zack, eine Windböe zerrt mir unterwegs den Sonnenhut vom Kopf! Jetzt ist er im Wasser! Ciao Hut! Aber nix da! Wendemanöver! LekLek fischt ihn mit unserer Bootsstange raus. Klappt hervorragend. Wir sind halt ein perfektes Team. Meena und Baby gucken zu.

Dann Schleuse Mirow. Heute dauert es hier doppelt so lang wie auf dem Hinweg. Mann, was sind die Schleusenleute für verschlafene Penner.

Beim späteren Rausfahren wartet eine unendlich lange Schlange an Booten auf die Gegenschleusung.

Weiter geht’s, wir haben nur noch ein paar Minuten. Das Boot vor uns biegt links ab. Wir auch. Dann rechts, wir auch – und tatsächlich bekommen die den letzten Liegeplatz in einer Box! Fuck!!!

14 Uhr. Echt alles schon voll, kein Platz für uns! Ole ruft uns zu, dass wir ein bisschen warten sollen. Er erinnert sich an uns.

Und dann passiert es: Es läuft nix mehr! Ich habe das Boot festgefahren! Unsichtbare Sandbank unter Wasser. Mit AK Rückwärts, Äußerste Kraft, krieg ich das Boot wieder frei und meide jetzt erstmal beim weiteren Warten diese doofe Stelle. Zum Glück kein Wassereinbruch…

Ole macht uns dann eine winzigkleine Lücke frei. Extra für uns. Da kann ich aber auch nur wieder vorwärts rein, die betroffenen Eigner der rechts und links liegenden teuren Boote gucken schon scharf, damit ich da nix bei ihnen kaputtkratze. Ganz vorsichtig, wie die Igel beim Sich-Vermehren, krieche ich in den Spalt. Ganz schön eng hier. Echt eng.

(Ja, okay, eng ist manchmal gut, hier aber eher nicht…
Genauso „groß“. Oft sehr gut. Manchmal aber auch nicht. Zum Beispiel jetzt: Jetzt hätte ich zu gerne ein kleineres Boot.)

Schon wieder muss ich uns ein Verlängerungskabel ausleihen, und dazu auch noch eine kleine Klappleiter, damit wir vorne von unserm Boot auf den Steg klettern können. Aber es geht alles. Easy.

Wieder 57 Euro, plus Strom. Der teuerste Liegeplatz auf unserer Strecke. Und das jetzt schon zum zweiten Mal.

Ich jammer nicht, ich stelle es als Chronist nur fest!

Wir wollen grad los zum Abendessen, als eine schwarze, dicke, fette Wolke aufzieht. Heftiger Regen. Platzregen. Wie aus den berühmten Eimern. Zehn Minuten lang. Danach sofort wieder eitel Sonnenschein und warm. Sonne satt. Was sollte das denn?!

Abendessen dann im nahegelegenen Strandhotel, etwa eine halbe Stunde zu Fuß entfernt.

Hier am Strandhotel sehe ich, dass es hier auch einen kleinen Hafen gibt – ein, zwei Boxen mit seitlichem Steg sind offenbar noch frei. Da hätte ich mir das ganze Theater vorhin leicht ersparen können. Naja, hinterher ist man ja oft schlauer als vorher…

Ein Mann erzählt uns, dass der Kanal, auf dem wir vorhin hergekommen sind, möglicherweise vorhin gesperrt wurde: Die Riesenfeuerkatastrophe in der Nähe, im Nationalpark, jetzt ganz in unserer Nähe. Ah, deshalb vielleicht die lange Warteschlange. Die weithin sichtbare Rauchwolke zieht in eine andere Richtung und tangiert uns nicht, also kein Ruß, kein Rauch, nichts.

Nach ein paar Tagen lese ich im Netz: „Müritz-Nationalpark Großfeuer. Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark ist unter Kontrolle. Nach mehreren Tagen intensiver Brandbekämpfung ist es den Einsatzkräften gelungen, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Eine vollständige Entwarnung kann dennoch noch nicht gegeben werden. Das Brandgebiet wird weiterhin engmaschig überwacht, da sich im munitionsbelasteten Gelände noch Glutnester befinden und sich die Lage bei ausbleibenden Niederschlägen und zunehmendem Wind jederzeit wieder verändern kann.“

(Das Gleiche hatten wir hier zu Hause im Nachbardorf leider kürzlich auch, tausend Feuerwehr-Leute, Munition im Wald, nicht genug Wasser, Evakuierung der Leute usw.)

Ein Tag, an dem wir ein paarmal Glück hatten. Dank nach oben!

 

 

Freitag, 17. Juli 2026, Tag 10, Mirow – Kleinzerlang

Die Bootsleute um uns rum sind wahrscheinlich sehr erleichtert und froh, dass wir mit unserm ollen Dampfer endlich wieder abhauen. Zwei Eigner konnten wegen uns ihre Gummiboote nicht an ihren Luxusyachten festmachen. Stattdessen mussten sie sie an unserm Boot anhängen. Aber trotzdem kein Gemurre, noch immer freundlich und nach wie vor sehr hilfsbereit!

Abfahrt zehn Uhr. Morgen früh ist Deadline, bis neun Uhr müssen/sollen wir das Boot zurückgeben.

Schleuse Dremitz ist offen, wir können gleich rein, der Schleusenmeister hat noch kurz auf uns gewartet. Danke. Die nächste Schleuse, Kanow, dauert dafür umso länger. Wahrscheinlich auch wieder wegen Mittagspause.

Halb zwei Uhr. Wir treffen bei Boot & Mehr ein. Jetzt, so früh am Nachmittag, sind noch fast alle Boxen (Liegeplätze) frei. Wir nehmen ein leichtes Mittagessen ein und genießen den Nachmittag. Dolce far niente! Chillen. Jetzt ist schon wieder alles (fast) rum. War echt ’ne megacoole Reise!

Hier ist der Liegeplatz nicht so teuer. 53,70 Euro, einschließlich Kurtaxe und Strom. Nett hier. Wir wollten hier unbedingt nochmal hin; hat es uns am besten gefallen. Baby auch.  …und Jacqueline auch…

 

 

Samstag, 18. Juli 2026, Kleinzerlang – Wolfsbruch, Rückgabe und Heimfahrt

Sechs Uhr. Ein bisschen Bauchweh hab ich beim Aufstehen, ob alles gut geht und wir rechtzeitig bis neun Uhr in Wolfsbruch ankommen. Jetzt ist es sieben Uhr. Wir legen ab. Der Weg ist kurz, grad mal eine halbe Stunde, aber die doofe und unberechenbare Schleuse liegt dazwischen! Doch brave Menschen kennen keine großen Probleme, alles geht gut, für die Schleuse brauchen wir nur eine dreiviertel Stunde.

Und dann sind wir auch schon da, viertel nach acht, jetzt natürlich etwas früh, zu früh, da hätten wir auch noch ’ne halbe Stunde länger schlafen können. Noch kurz im Hafen etwas rumdödeln, bis ich mir einen bequemen Anlegepunkt ausgewählt habe und das letzte Anlegemanöver. Alles gut!

Wir räumen unsere Siebensachen zusammen, holen zwei Rollwagen und bringen alles Gepäck zurück ans Auto. Danach warten wir noch kurz auf den Rückgabe-„Beamten“. Er heißt Wilfried. Klar, dass mit ihm alles gut geht. Ich bekomme im Büro 135 Euro (von 550 EUR) für nicht verfahrenen Diesel zurück. Viel zu wenig, die Tankanzeige zeigt noch über halbvoll an. Ist halt auch ’ne Gewinnmaximierung. Neunzehn Motorstunden.

Muchos saludos. Bye bye. Ciao! Wir machen uns auf den Heimweg. 9:45 Uhr.

Über siebenhundert Kilometer. Erstmal wieder die bekannten endlosen Baumalleen.

Internet: Mecklenburg-Vorpommern ist nach Brandenburg das al­leen­reich­ste Bundesland mit rund 4.300 Kilometern an Baumreihen. Die grünen Naturtunnel dienen als Schutz und Orientierung, sind wertvolle Lebensräume für Tiere und ein echtes Wahrzeichen der Region.

 

Dann Berlin, Leipzig, Jena, Eisenach, Frankfurt. Alles Autobahn.

Gegen 17 Uhr sind wir zu Hause. Dank Lkw-Fahrverbot unterwegs nur zwei kleine Staus.

Killer und Lisa freuen sich. Wir auch. Und wir können uns das Spiel Frankreich – England ganz in Ruhe anschauen.

 

 

Fazit: Alles super! Kann ich sehr zum Nachmachen empfehlen. Hat Spaß gemacht. Bootfahren ist echt einfach. Auf jeden Fall leichter als einen Fisch filetieren zu müssen. Und ich hab noch nie so oft von „Glück“ gesprochen.

Autofahrt war auch okay. Bis auf die Landstraßen im Osten; da gab es echt ein paar streit- und angriffslustige Idioten.

Wetter auch immer super, tagsüber bis über 30 Grad, sehr heiß, nachts war’s kalt. Nur einmal kurz für zehn Minuten Regen, danach gleich wieder Sonne und heiß. Das Boot war natürlich sehr bequem, wir hatten „ausreichend“ Platz. Baby war auch superbrav, keine Probleme; sie könnte auch gut als Bootshund gelten.

Und noch was: Direkt nach uns wurde das Wetter da oben wieder deutlich kühler und regnerischer; ich bedauere unsere Nachfolger auf dem Boot. Da hatten wir echt Glück!!

(Der ergiebige Regen war unter diesen Umständen sehr günstig bei der Bekämpfung des Feuerkatastrophe im Müritz-NP.)

Und: Die beiden Mädchen haben jetzt ausführlich gelernt, „Moin“ zu sagen. Und ich hab es auch noch nie so oft gesagt.

Hat echt alles riesig viel Spaß gemacht. Echt cool! Mega!

 

 

 

 

 

 

Wittenberg

 

Blick aus unserm Hotelfenster… 
…und unser Hotel von vorne

Da isser: Martin Luther

Wittenberg, von der Elbe aus

Damals gab es den Begriff „Mädchen“ offenbar noch nicht…

 

 

 

Fotokapitel

 

Potsdam:

Die Einweisung:

Endlich unterwegs:

Boot & Mehr:

Und weiter geht’s:

Auf der Müritz:

Röbel:

„Moritz“ auf der Müritz… 🙂

Endlich in Waren:

Seifenblasen (riesig)

Zurück in Röbel:

Bei Alfred & Luise:

Malchow:

 

 

Mehr Boots-Fotos

Hier mit ohne Text:

 

 

 

 

 

 

Die Goodies

 

Wir fordern, Freibier muss bezahlbar bleiben!

 

Der kürzeste Krieg in der Geschichte war der „Krieg“ zwischen Großbritannien und Sansibar und dauerte nur achtunddreißig Minuten. (9:00 bis 9:38Uhr am 27. August 1896.)

 

Wusstest du, dass im Weltraum zwei glatte Metallstücke unlösbar miteinander verschmelzen, wenn sie miteinander in Kontakt kommen?

Im Weltraum wird durch die Reibung zwischen den mechanischen Komponenten die Oxidschicht entfernt, wodurch das „lebendige“ Metall freigelegt wird, und die in Kontakt stehenden mechanischen Komponenten verschweißen sich für immer!

 

Fast 80% aller Tiere auf der Erde haben sechs Beine.

 

Nur acht Prozent des weltweiten Geldes sind in physischer Form vorhanden, der Rest ist digital.

 

Dein Handy hat bis zu zehnmal mehr Bakterien als ein Toilettensitz.

 

Das hawaiianische Alphabet hat nur 12 Buchstaben: A, E, I, O, U, H, K, L, M, N, P, W.

Und noch was zu Wikipedia bzw. zum hawaiianischen Alphabet: „Wiki“ ist das hawaiianische Wort für „schnell“ und „pedia“ wird aus dem englischen Wort für Enzyklopädie, „encyclopedia“ abgeleitet.

 

In Alaska ist es verboten, Elche aus einem fliegenden Flugzeug zu werfen. Außerdem ist es dort verboten, einen Elch betrunken zu machen oder Elche von einem Flugzeug aus zu jagen.

 

Fällt mir bei der Gelegenheit grad mal wieder ein:
Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

Internet: Der Satz „Die schärfsten Kritiker der Elche, waren früher selber welche“ ist ein bekannter, humorvoller Zweizeiler von Dichter und Zeichner F.W. Bernstein. Er beschreibt ironisch, dass diejenigen, die heute am strengsten über andere urteilen, sich in ihrer eigenen Vergangenheit oft genau so verhalten haben.

 

Und noch ein Letzter:
Spitzenidee! Holzbesteck, der Umwelt zuliebe. Und dann in Plastikfolie verpackt…

 

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Für Irmgard und Hanni und Toffi und Bärli und Teddy und Poffy und MickyMaus und alle anderen:
Ich werde Euch nie vergessen!
In immerwährender Liebe! 

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Alle hier geschilderten Ereignisse beruhen auf wahren Begebenheiten.

Good travelling is easy. You must nur your eyes uffmache un‘ uffbasse.

 

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Meine Reiseberichte sind für die Ansicht mit PC, Laptop, Notebook, Tablet erstellt und optimiert. Betrachtung mit Handy ist möglich, kann aber leider nicht optimal ausfallen. Ich bitte um Verständnis.

 

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Die Personen werden selbstverständlich sofort unkenntlich gemacht. Oder die betreffenden Fotos werden von mir umgehend gelöscht.

Markennamen dienen nur der leichteren Identifizierung.

Ich bitte um Verständnis, ich bin alt und oldschool und verwende deshalb manchmal noch die alte Rechtschreibung. Oder meine eigene.

 

Und das ganze Gender-Getue geht mir auch gehörig auf den Sack! Gendern ist eine Verarschung durch eine Minigruppe grüner Vollidioten. Bei sich zu Hause spricht von den Deppen bestimmt keiner so abartig. So ein Quatsch! Warum lassen wir uns diesen Bullshit gefallen???

Und genauso geht es mir mit dem bekloppten „Queer-Brei“! Ja, ich habe was gegen diese provokanten LGBTQ-Wesen – und jetzt auch noch LGBTQIA+.
Mannomann, geht mir das alles auf’n Sack!

Dadevon krisch isch Blagg!!!
Echt! Abba sowas von!

(Normale Schwule und Lesben dagegen sind ja ganz normal; ich habe eine ganze Reihe solcher Freunde und Freundinnen. Gegen sie hab ich natürlich nix!)

 

 

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© WILFRIED R. VIRMOND 2002 – 2026

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Ich achte schon lange auf meinen ökologischen Fußabdruck und reise so achtsam
und verantwortungsbewusst wie möglich. So, wie es Joschka Breitner empfiehlt.

> MeckPomm ’26 <

 

 

 

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Fotos + Text: Wilfried R. Virmond
Wenige Fotos teilweise mit Hilfe der KI veredelt

 


Ich habe meine Website mit WordPress erstellt. Schwierig für alte Leute wie mich.
Wahrscheinlich bin ich einfach nur zu alt. –  Oder zu dumm. Bin ja nicht blöd.
„The world is full of idiots and I’m the most stupid.“  Das zeigt mir das Programm für diese Website. Jeden Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Schatz, ich vermisse Dich so sehr!

Du hast mein Leben mit Sonnenschein geflutet!

Ganz egal, woran ich denke, am Ende denke ich immer nur an Dich!

Wir sehen uns drüben, sobald ich überm Jordan bin.

 

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